9. Treffen 2014

Liebe Familien: Forker – Forkert, Furker – Furkert !

Das 9. Familientreffen liegt hinter uns, ein Treffen organisiert von neuer Hand. Marion Hollitzer geb. Forker gebührt unser Dank für die umfängliche Vorbereitung dieses Treffens,
das auch diesesmal wieder einiges zu bieten hatte und vielen von uns in Erinnerung bleiben wird. Die Besucherzahlen zeigen es, das Interesse an weiteren Familientreffen besteht.
Schauen Sie sich schon mal unser Erinnerungsfoto an und sehen Sie dabei, wer alles anwesend war.
Beim nächsten Mal hoffen wir auch Sie begrüßen zu können.
Inzwischen ist auch das Protokoll fertiggestellt. Dazu mein besonderer Dank an unseren Protokollführer Klaus Forker, das es ihm trotz schwerer Krankheit und erfolgter Genesung gelang, uns wie stets seinen ausführlichen Bericht zu erstellen. Dieses Protokoll wird Ihnen sicherlich einiges in Erinnerung rufen und den Daheimgebliebenen zeigen, was Sie versäumt haben.

treffen 2014

Foto: Uwe Rosendahl

PROTOKOLL über das 9. FORKERTREFFEN
in der Gaststätte „Erbgericht“
zu Langenwolmsdorf
am 13. September 2014

Teilnehmer
Leitung Joachim Forker (Düsseldorf)
Organisation Marion Forker-Hollitzer (Großkrotzenburg)
Referenten Joachim Forker (Düsseldorf)
Wolfgang Furkert (Monschau-Höfgen
Prof.habil Dr.Armin Forker (Leipzig)
Kirchenvertreter Pfarrer Christian Heurich
Kirchnerin Frau Siegrid Bürger
Kantorin Christine Seipold
Ortskirchenvorstand Frau Siegrid Grützner
Ehrengäste Herr Uwe Steglich, Bürgermeister der Stadt Stolpen
Frau Erika Dürr Ortschaftsrat, in Vertretung des Orts-Vorstehers OT Lwd.
Herr Jan Barowsky
Gäste Ehepaar Uwe und Edeltraut Rosendahl (Braunschweig)
Ehepaar Ralph und Edith Jatzke (Langenwolmsdorf)
Presse Daniel Spittel (Sächsische Zeitung)
Heiko Roch (Sächsische Zeitung, Lokalteil Sebnitz)
Unterhaltung Helmar Nestroy (Chef des Quartetts “ Die Basteifüchse“)
Langenwolmsdorfer Karnevalsklub (Langenwolmsdorf)
Protokoll Klaus Forker (Lohmar)
Familienangehörige eingeladen mit Datum 20.01.2014
angemeldet bis 31.07.14
entschuldigt gefehlt
ohne Mitteilung ferngeblieben
unangemeldet erschienen
gesamt anwesend
(representieren 40 Familien)
Gesamtzahl (plus 2 Gäste)
110 Einladungen
68   Personen
3    – ,, –
14    – ,, –
9    – ,, –
60    – ,, –62    – ,, –

Vorbemerkung des Protokollanten: Pfarrer Heurich, Joachim und Armin waren so freundlich und stellten ihre Manuskripe zur Verfügung.
Dies bietet die Gelegenheit, im dokumentarischen Interesse die Beiträge der genannten Referenten im Wortlaut wiederzugeben.
Die Texte sind kursiv gedruckt.

Programmpunkte und Ablauf

    1. Kirchenbesuch 14.00 – 14.30 Uhr
      Andacht
      Die Organistin, Frau Seipold stimmt mit Variationen des Liedes „Lobe den Herrn“ auf die Andacht ein.
      Nachfolgend die Ansprache von Pfarrer Heurich in wörtlicher Wiedergabe:
      Die Nachrichten in den letzten Tagen, so kann ich mir vorstellen, beschäftigen einen Forker, der weiß, wo er herkommt. Es geht oft um Schottland. Und darum, ob es eigenständig wird oder nicht. Die Meinungen sind geteilt. Doch der Wunsch nach einem exklusiveren Zusammenhalt beschäftigt viele Menschen. Wir werden und wollen heute hier nicht klären, was besser ist. Und so weit ich weiß, lebt auch keiner von Ihnen, die heute da sind, in Schottland. Aber was Sie heute wissen, wenn Sie sich sehen: Weitblick ist gut- wie schön ist es, nicht nur Menschen aus der eigenen Region zu sehen. Und Zusammenhalt ist auch gut – gerade wenn man eine Familie ist. Insofern ist dieser Tag heute eine gute Möglichkeit, das, was in Schottland im Moment nicht zu vereinbaren scheint – hier im Kleinen, oder sollte ich fast schon sagen, im Großen, zu leben.
      Liebe Familie Forker, liebe Gemeinde, liebe Gäste, es ist schön, dass Sie heute aus ganz Deutschland hier in Langenwolmsdorf sind. Herzlich Willkommen. Und es ist gut, dass wir beginnen und uns vergewissern: Gott ist da. Wir wollen von ihm hören und zu ihm beten, außerdem gemeinsam singen.
      Ich bin Christian Heurich, seit drei Jahren Pfarrer der Kirchgemeinde Stolpener Land. Wir sind eine Kirchgemeinde aus fünf Orten und uns ist es zunehmend wichtig geworden, diese Einheit auch zu leben. Das ist immer wieder spannend und herausfordernd. Ich freue mich, dass Sie da sind. Gott segne uns, diese Zeit und diesen Gottesdienst.
      Lied Ev.Gesangbuch 327 “ Wunderbarer König “
      Psalm 8 „Was ist der Mensch, Herr, dass Du Dich seiner annimmst?“

      Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
      wer bin ich, und wenn ja wie viele – ich weiß nicht, ob Ihnen dies Worte bekannt in den Ohren klingen. Wer bin ich, und wenn ja, wie viele – der Philosoph Richard David Precht hat im Jahr 2007 unter diesem Titel eine philosophische Reise zu den Hintergrüden dieser Welt vorgelegt, damit der Leser, wie er sagt, „sich auf den Weg zu einem erfüllten Leben machen kann.“
      Der Titel ist wahrscheinlich nicht das Gehaltvollste, was die Welt jemals gesehen hat und der Autor gibt selbst zu: Er ist nicht in nüchternem Zustand entstanden. Das Buch nimmt einen allerdings auf unterhaltsame Weise mit, in die Fragen nach den Zusammenhängen dieser Welt.
      Und wenn wir den Titel einmal entkernen: Wer sind wir – und wie viele: Diese Fragen haben sich viele von Ihnen schon oft gestellt! Deswegen letzten Endes Ihr Treffen hier, damit Sie sehen, wer Sie alles sind, die Forker-Familie, und zumindest eine Ahnung bekommen – wie viele es davon gibt. Wer sind wir denn? Und wenn ja, wie viele. Knapp 80 von Ihnen sind hier, 350 leben in Deutschland, 600 weltweit und über 7500 Nachfahren wurden ermittelt. Das zu wissen, macht ja etwas mit einem. Zu meiner Identität gehört dann nicht nur mein Haus, mein Garten, mein Hobby usw., sondern dass ich zu einer Familie gehöre, und zwar zu einer ziemlich großen. Und dass ich in dieser mit vielen verbunden bin. Ich weiß darum. Es macht Sie vielleicht stolz, dankbar und fröhlich, weil Sie wissen, mit wie vielen Sie über Generationen verbunden sind.
      Wer bin ich ?
      Ihre Familienzugehörigkeit gehört zu Ihrer Identität, und natürlich wird sie ein wenig mehr deutlich als in Ihrem Namen, zumindest in der gemeinsamen Wurzel. Wenn wir fragen: Wer sind wir – dann hat unser Name ja immer entscheidende Bedeutung. Wir heißen so – und wenn Sie heute auf Ihre Ahnentafel schauen, merken Sie: Dieser Name ist eingegliedert in eine lange Geschichte. Und früher hatten Namen in Familientraditionen noch eine weitaus höhere Symbolkraft.
      Es ist ja wichtig, dass wir wissen, wer wir sind, wo wir hingehören, was unserem Leben Wert verleiht. Wenn wir diese Gewissheit nicht haben, dann werden wir zu schwankenden Menschen, die von jedem Wind umhergetrieben werden und nie angekommen sind. Es gibt verschiedene Wege, seine Identität zu definieren. Häufig suchen wir sie in dem, was wir haben und was wir leisten. In dem was wir uns schaffen. In dem wie gesund wir sind. In dem was wir uns an Anerkennung erarbeitet haben. In dem was andere Menschen von uns denken und halten.
      Doch jeder, der einen Moment weiter denkt, weiß: Das alles von einem Moment auf den anderen dahin sein. „Hauptsache gesund“ zum Beispiel – das sagen wir so, vielleicht auch heute, wenn Sie sich sehen – und was, wenn wir nicht gesund sind. Wer sind wir? Dann plötzlich jemand ganz anders, wenn sich unsere Lebensumstände ändern? Wer sind Sie. Heute sagen wir: Familienmitglieder. Doch schauen Sie, das ist nichts, was wir uns erarbeitet haben. Auch nicht ausgesucht haben und das tröstet im Blick auf eine Familie vielleicht auch dann, wenn es mit jemandem mal nicht gut klappt. Aber auch das macht nur eines deutlich: Dass Sie dankbar sein können für das, in was Sie hineingestellt wurden, weil wir uns das Entscheidende in unserem Leben, selbst unseren Namen und was damit zusammenhängt, nicht selbst geben können. Das Ihre Familie bis heute besteht ist ein Geschenk Gottes.
      Wer sind Sie? Es hat ganz entscheidend mit ihm zu tun. In den Klageliedern hat der Prophet Jeremia formuliert:
      Kapitel 3:22: Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,
      Kapitel 3:23: sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Dass Sie bis hierher gemeinsam gehen konnten, ist ihm zu verdanken. Seiner Güte, oder wie wir das Wort auch übersetzen können, seiner Gnade. Alles Wichtige im Leben hängt damit zusammen – und wenn wir fragen, was das ist – Gnade: Dann landen wir bei etwas Unverdientem. Einem Geschenk. Ein Geschenk habe ich mir nicht verdient – sonst ist es ein Lohn. Geschenkt ohne Grund, der das Geschenk zwingend notwendig machen würde. Geschenkt vielleicht sogar trotz allem was dem entgegenstehen könnte von unserer Seite, das Gott gut zu uns ist. Er segnet mit Gnade. Ohne ihn und diese Barmherzigkeit, seine Bewahrung, könnten wir nicht leben, uns heute nicht versammeln. Gott ist gut – danken Sie ihm dafür.
      Liebe Gemeinde, wir können vieles zur Grundlage unserer Identität werden lassen. Wir können sagen, wer wir sein wollen. Aber wir werden nur dann mit Gewißheit zu Hause sein, angekommen sein, wenn wir das geworden sind, wofür Gott uns gemacht hat: Seine Familienangehörigen. Weil nur das in Zeit und Ewigkeit hält.
      Der Apostel Paulus sagt uns im 1. Korintherbrief, was die Familienangehörigen Gottes kennzeichnet: 1.Kor 15:10 „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Paulus hat eine grundlegende Erfahrung für sein Leben gemacht, aus der er jeden Tag gelebt hat. Er ist dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus begegnet. Denn in ihm, so sagt uns die Bibel, ist Gottes Gnade zu uns gekommen“.
      Ist ein Graben zwischen uns, die ihr Leben auf so vieles, auch auf Gutes bauen, und Gott überwunden worden, indem er die Sünde und den Tod, die uns von Gott trennen, über- wunden hat.
      Jede Religion und Weltanschauung sucht einen Weg zu Gott zu kommen – beim Gott der Bibel ist alles anders.
      Er kommt in unsere Identitätskrisen, teilt sie und gibt uns seine Ewigkeit und seine Vergebung. So gut ist Gott – danken Sie ihm dafür und packen Sie das Geschenk aus verlassen Sie sich auf Ihn. Auch wenn die Umstände im Leben verrückt spielen – er nicht.
      Wer bin ich ?
      Für viele Menschen klingt so ein Leben aus Gnade nicht interessant, weil sie sagen: Ich will mich auf mich selbst, andere Menschen und auf mein Lebenswerk verlassen. Das habe ich in der Hand. Aber das ist zu kurz gedacht: Sie ganz persönlich und Ihre Familie hat die größte Gewissheit, wenn sie unter Gottes Gnade, seiner Herrschaft und in seiner großen Familie zu Hause ist. Das Sie das ergreifen oder daraus leben, dafür segne Sie Gott.

      Amen“ ( Zitat Ende )
      Das gesungene Lied 347 „Ach bleib mit Deiner Gnade bei uns Herr Jesus Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List“ bekräftigt den Wunsch nach erhoffter Gnade. Frau Seipold gibt mit einer Komposition von Friedemann Bach das Signal zum Ortswechsel.
      Bei Glockengeläut versammeln sich die Teilnehmer vor der Forker – Gedenktafel, um den Vorfahren ein sichtbare Ehrerbietung darzubringen. Als Gruß wird an der Gedenkstätte ein Gebinde Sonnenblumen niedergelegt. Die Kirchnerin, Frau Bürger, hatte zuvor den unter der Tafel ruhenden Grabstein mit einem Strauß Herbstblumen geschmückt. Pfarrer Heurich erteilt den kirchlichen Segen.
    1. Obligatorisches Familienfoto vor dem Zugang zum Kirchgelände 14.45 – 14.55 Uhr

 

    1. Gemeinsames Kaffeetrinken 15.05 – 16.15 Uhr
      Joachim wendet sich an die Anwesenden mit den Worten: „Liebe Verwandte, Bekannte und Gäste, jetzt begrüße ich Sie ganz herzlich, hier in Langenwolmsdorf, dem Stammsitz unserer gemeinsamen frühesten Vorfahren. Besondere Freude erfüllt uns, dass Sie unserer Einladung wieder so zahlreich aus ganz Sachsen, aber auch vom Rande der Nord-und Ostsee und selbst vom Fuß der Alpen Folge geleistet haben. Ihr Kommen hatten 38 Familien mit 68 Personen ankündigt und es sind sogar noch einige mehr geworden.
      Die allermeisten von Ihnen waren schon mehrmals dabei, ist heute jemand hier, der zum ersten Mal zu uns stößt, wäre ein zusätzliches Zeichen des nicht nachlassenden Interesse an unseren Treffen.
      Unser Treffen ist das 9. 9×3 Jahre, 27 Jahre, es wird auch ein 10.Treffen geben, denn Marion, der unserer besonderer Dank gilt, für die Organsation dieses Treffens, hat sich bereit erklärt, auch das 10.Treffen zu organisieren. Das ist doch unseren Beifall wert. Marion erhält ein Blumengebinde.
      Besonders begrüßen möchte ich den Bürgermeister der Stadt Stolpen, Herrn Uwe Steglich, der es trotz seiner vielen Verplichtungen wieder ermölicht hat, uns ein Grußwort seiner Stadt darzubringen, Herr Bürgermeister Steglich, Sie haben das Wort.“
      Bürgermeister Steglich begrüßt die Anwesenden der „einzigen Familie“ herzlich. Die bereits erreichten beachtlichen Leistungen der Familienforschung fänden seine volle Anerkennung. Er käme gerade aus Stolpen von einer Traditionsveranstaltung. Dort wurde zum 10. Mal die Basaltkönigin erkürt. Es sei ein Kompliment wert, sich nicht nur mit den Vorfahren zu beschäftigen sondern auch in die Zukunft zu schauen. Für ihn sei die hohe Anzahl „ausländischer Kfz-Kennzeichen“ ein Beweis, dass das Familientreffen immer noch gut angenommem werde. Er selbst schaue gelegentlich auf die Homepage des Familienverbandes. Die Infrastruktur im Ort kann als zufrieden stellend bezeichnet werden, besonders erwähnendswert das Feuerwehrgerätehaus. Seit Mitte des Jahres ist ein Einwohnerzuwachs zu beobachten. Ihn freue, speziell Jüngere würden zusehens heimisch werden. Er wünsche dem Treffen einen guten Verlauf und ermuntert, falls Zeit vorhanden, zu einem Besuch des Naturmaktes.
      Joachim setzt seine Ausführungen fort: „Nach den Grußworten von Bürgermeister Steglich, möchte ich Ihnen noch einiges berichten aus den vergangenen 3 Jahren. Da war erst einmal die Situation der Forker – Forkert in Berlin zu untersuchen, seit Forker in Berlin vorkommen, woher kamen sie, gibt es Nachkommen. Da sind inzwischen die historischen Adressbücher Dresdens von 1702 – 1944 online, wer hat wann bis wann, wo gewohnt. Dazu kommen die Standesamtsregister der Gemeinden um Grünberg in Schlesien mit ihren Forkert und Furkert Vorkommen, die Toten und Vermissten des 1. Weltkrieges, sowie den Daten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Alles Quellen zu Familienforschung mit Ergänzungsdaten zu unserer Familienforschung, die durchgearbeitet sind. Besondere Aufmerksamkeit galt auch einem Friedrich Wilhelm Forkert, einem Soldaten, der 1818 in Plauen/Voigtland geheiratet hat, das war fast alles, was bekannt war. Doch inzwischen wissen wir mehr, nach Durchsicht der Akten des sächsischen Militärs im Hst. Archiv in Dresden, hat er am Russlandfeldzug teilgenommen und in der Völkerschlacht bei Leipzig mitgekämpft. Doch kurz danach hat er der Liebe wegen desertiert. Das alles ist ein Grund, dass sich inzwischen bei mir Daten von 7622 Personen mit 2291 Ehen angesammelt haben. Anmerkung dazu: Sollte sich bei jemand von Ihnen ein Adresswechsel oder eine Familienerweiterung ergeben haben, wäre ich Ihnen für eine Mitteilung dankbar.
      Wie Sie sich sicher schon bemerkt haben, sind die Ausdrucke der Nachfahrentafeln mit einem professionellen Drucker erstellt (Anmerkung Protokollant: Eine Rolle gleich 30x3m gleich 90 m Papier), wir haben die dafür entstandenen Kosten in Kauf genommen, da sich das ganze nunmehr verfestigt hat, während der manuelle Aufwand inzwischen zu umfangreich geworden ist.
      Wie Sie sich, auf diesen Ausdrucken finden können, ist Ihnen sicherlich geläufig oder ist dazu noch mal eine Erläuterung gewünscht? Mir hat sich allerdings eins, an diesen Ausdrucken fast schon erschreckend gezeigt, schauen Sie selbst wie wenig Kinder auf diesen Ausdrucken zu finden sind. Wir sind heute mit etwa 40 Familien anwesend, selbst wenn es doppelt so viele gibt, wird sich in nur wenigen Generationen später, unsere Familie vielleicht in einer Telefonzelle treffen, aber die sind ja bereits, auch schon ausgestorben.
      Wie beim letzten Treffen bereits angekündigt, lag besondere Aufmerksamkeit in der Erweiterung unserer Erkenntnisse bzw. in der Bestätigung unserer längeren Vermutungen, dass wir Nachkommen eingewanderter Schotten sind. Dazu habe ich mich inzwischen einem Gentest unterzogen und konnte danach 4 weitere Probanden begeistern, das gleiche zu tun. Ich nehme aber Wolfgang, der Ihnen dazu gleich mehr erklärt, hier noch nicht die Sahne vom Kuchen, den wir uns hier gleich erst mal schmecken lassen wollen. Möchte Sie aber vorher noch herzlich bitten, mit einem großzügigen Beitrag unsere Aktivitäten für Sie, zu unterstützen, damit wir uns 2017, hier zu unserem 10. Jubiläums- Treffen wieder sehen können.

      Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“ ( Zitat Ende)
      Joachim dankt noch Frau Nestroy für die kostenlose überlassung des Saales. Ralph Jatzke, im Ort bekannt als Holzmichel oder Waldbauer, überreicht Joachim ein in heimischer Werkstatt gewerkeltes Fußbänkchen – „Eene Hitsche“ zum Ausruhen und zur Entfaltung neuer Schaffenskraft.Das Ehepaar Nestroy sowie flinke Mitarbeiterinnen servieren zügig Kaffee und Kuchen A la carte. Vor den ausgedruckten Stammtafeln finden zahlreiche Interessierte zum Gespräch zusammen. Jürgen aus Seevetal ergreift die Initiative und spricht Joachim im Namen aller Teilnehmer, Dank und Anerkennung für die unermüdliche Arbeit aus. Nicht alles ließe sich durch selbstloses Wirken erledigen, denn die organisatorischen Vorbereitungen erforderten nun einmal finanziellen Aufwand, der gemeinschaftlich getragen werden sollte. Er kündigt an, sein sammlerisches Geschick einzusetzen, um das Budget für den erwähnten Zweck aufzubessern. Seiner Bitte wurde großzügig entsprochen. Das Sammelergebnis: 645 Euro.
    2. Farquhar > Forker, nicht nur Namen sondern auch Biologie 16.15 – 16.40 Uhr
      Wolfgang benutzt ein Microsoft Office Power Point Programm, um über bisherige Ergebnisse der DNA-Geneologie zu informieren. 5 Probanden der Forker – Familie hatten sich für einen Test zur Verfügung gestellt, die 3 Haplogruppen zugeordnet werden konnten, deren größte Häufigkeit in Irland und Polen anzutreffen ist. Er zeigt zunächst eine Ahnentafel väterlicherseits, die 10 Generationen und etwa 1000 Leute umfasst. Die Analyse des Y-Chromosoms werde angewendet, um die väterliche Linie zu erforschen. Die DNA beinhaltet die Erbinformation eines jeden Menschen und ist in Chromosomen angeordnet. Jeder Mensch hat 23 Chromosomenpaare. Das 23. Paar bestimmt das Geschlecht einer Person. Frauen haben zwei X-Chromosome, Männer je ein X-und ein Y-Chromosom. Die Kinder erben jeweils ein Chromosom von der Mutter und eines vom Vater. Mütter geben immer ein X-Chromosom weiter. Vererbt ein Vater sein X, gibt es ein Mädchen, vererbt der Vater sein Y, gibt es einen Jungen. Darum haben also alle Söhne eines Mannes das gleiche Y-Chromosom wie alle Männer der gleichen väterlichen Linie. Die Zuhörer erhalten durch entsprechende Bilder auf der Leinwand (Zellen, Zellkern und Chromosomen)ein besseres Verständnis von der Materie. Wolfgang antwortet auf die Frage, worauf basiere denn ein Y-DNA Test: – alle Männer derselben väterlichen Linie teilen das gleiche Y-Chromosom,
      – kleine Veränderungen ( Mutationen ) vergrößern den genetischen Unterschied zwischen zwei Linien im Lauf der Generationen,
      – je ähnlicher die Y-Chromosomen zweier Männer, desto enger sind sie miteinander verwandt.
      Bei einem Y-DNA Test werde geprüft
      – eine bestimmte Anzahl von STR (Short tandem repeat)-Markern, ein kurzer Abschnitt, auf dem ein bestimmtes Muster mit einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen auftritt, z.B. GATGATGAT ( Wert 3 ), Mutation: GATGATGATGAT (Wert 4),
      – DYS (DNA Y- Chromosom STR): Bezeichnung der Position, weltweit einheitlich,
      – Allele: Wert der jeweiligen Position,
      – SNP – single nucleotid polymorphism oder Punktmutation,
      – alle Männer, die in ihren SNP und STR gleich sind, werden bestimmten Halogruppen,
      A bis T, zugeordnet; Forker > I2a-L 161.
      Das Schaubild „Y-DNA Human Migration (Haplogroups) zeigt die Wanderungsbewegungen vor Tausenden von Jahren, ein weiteres die Verteilung der Gruppe I2a-L 161 in vorkolonialer Zeit in Europa – Irland 10%, Polen 0,5 % und Sachsen 0,05 %. In einer Nachnamen – übersicht (L 161 – Isles A bis D -) steht unter B (ca. 5000 Jahre) neben englisch lautenden Namen, auch der Name Forker.
      Joachim weist noch auf sporadische Haplogruppen in Schottland hin.
    3. Schiller – Körner – Forker, gibt es eine Verbindung ? 16.45 – 17.25
      Armin nimmt seinen Platz am Rednerpult ein und spricht:
      „Liebe Familien Forker, Forkert, Furker und Furkert! Liebe Gäste!
      In der Einladung finden Sie noch „Information“ und aneinandergereiht: „Schiller- Körner-Forker“! Wir wollen uns „Forker“ nicht vermessen in diesen Namensverbund solcher Prominenten erheben. Das war nur der Kürze der Einladung geschuldet. Dann steht in der Einladung darunter die Frage: Gibt es eine Verbindung?
      Tatsächlich gibt es in unserer Familiengeschichte Forker, die einen (mehr oder weniger zufälligen) Bezug zu diesen beiden berühmten Prominenten Friedrich Schiller und Christian Gottfried Körner hatten und sich um ihr Gedenken bemühten. Dazu gehörtMaximilian Arthur Forker, der am 12. August 1844, also vor 170 Jahren, in Neustadt in Sachsen als Sohn des Amtsrichters Gottlieb Forker geboren wurde. Maximilian Arthur wuchs in der Stolpener Gegend auf und wurde mit 10 Jahren (1854) Stipendiat der Fürstenschule St.Augustin in Grimma. Dort hat er übrigens eine sehr aufschlußreiche tagebuchähnliche Sammlung mit zum Teil kolorierten Zeichnungen verfasst, die heute im Staatsarchiv Leipzig als eine lebensnahe, direkt im Schulalltag entstandene Schrift verwahrt wird und davon zeugt, dass unser Max auch mehrmals über die Stränge schlug und dafür Karzer büßen musste. Er studierte mit einem Stipendium wie sein Vater Jura an der Leipziger Universität und wurde dort auch zum doctor juris promoviert. Seine außerordentlichen beruflichen Fähigkeiten zeigt er in Sächsischen Verwaltungsbehörden. Er stieg vom Regierungsassessor in Borna zum Amtshauptmann in Flöha auf. Wo er seinen 11 Jahre jüngeren Cousin Georg Julius Paul (1855 – 1943), den späteren Begründer unseres Familienverbandes, als jungen Kopisten (Schreiber in der Verwaltung) beschäftigte. Ihre Väter waren Brüder. Max hatte schon als Refendar am Gericht in Borna gearbeitet und war von 1884 – 95 (11) Amthauptmann in Borna, dann 5 Jahre im sächsischen Innenministerium Leiter des Ressorts Medizinal-und Veterinärwesen und von 1900 bis 1907 Kreishauptmann von Zwickau (entspricht dem Regierungspräsidenten eines Regierungsbezirks). Als junger Regierungsassessor in Borna hatte Max die Johanna Maria Schubauer (4. Februar1851 bis 7. Mai 1925) kennengelernt, die spätere Erbin des Rittergutes Kahnsdorf in bornaischen Landen. Dieses Rittergut hatte ihr Vater, der sächsische Obristleutnant und Kunstmaler Friedrich Leopold Schubauer (1795 – 28.4.1852 in Kahnsdorf ) durch Eheschließung mit der 22jährigen Rosalie Nordmann ( 20.9.1827 – 30.6.1904) im Jahr 1849 erworben. Er war aber drei Jahre darauf verstorben. So musste die junge Witwe Rosalie (mit der Sorge um ihr Kleinkind Maria) dieses Rittergut führen, was ihr unter großer Mühe mehr als zwei Jahrzehnte gelang.
      Es kam ihr sicherlich gelegen, dass Dr. jur. Maximilian Forker 1876 ihre Tochter Maria schließlich heiratete. Beide fügten zum Familiennamen Forker den Namen Schubauer hinzu. Dadurch stand diese Forker – Schubauer – Linie mit dem militärischen Historienmaler Friedrich Leopold Schubauer auch weiterhin namentlich in Beziehung. Dies aber nur über eine Generation, weil Max und Maria keine männlichen Nachkommen, sondern vier Töchter hatten.
      Der künstlerische Militär Friedrich Leopold Schubauer malte Portraits der sächsischen Prinzen sowie Kampfszenen vorwiegend sächsischer Truppen aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts, einschließlich der Völkerschlacht. Seine Bilder findet man auch heute in einigen Museen und Sammlungen.
      Kahnsdorf ist ein kleiner Ort in schöner Landschaft und das Rittergut hat in der Vergangenheit berühmte Personen in dem 1686 erbauten Herrenhaus beherbergt. Dazu gehörten Friedrich Schiller (10.11.1759 – 9.5.1805)) und sein Freund und Förderer Gottfried Körner (2.7.1756 – 13.5.1831), sowie sein Sohn Theodor, auch Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Gelehrte der Universität Leipzig. Aber Kahnsdorf reiht sich nicht in die vielen Orte, von denen man sagt: Schiller war hier, er blieb hier über eine Nacht – vielmehr wendete sich hier Schillers Lebensschicksal. Darin liegt die Bedeutung von Kahnsdorf, diesem Wendeort   f ü r     u n s e r e n     b e d e u t e n d e n   D i c h t e r.
      Blicken wir kurz in Schillers Lebensgeschichte:
      Nach dem großen Erfolg der „Räuber“ verbot ihm der württembergische Herzog Carl Eugen jegliche „nicht-medizinische Schriftstellerei“. Daraufhin floh er am 22./23.Sep. 1782 aus dem Militärärztlichen Dienst. Man fahndete nach dem Deserteur und wollte ihn verhaften. Schiller glaubte, in Mannheim in der Pfalz als freier Theaterdichter am Nationaltheater sein Auskommen zu finden. Das war jedoch Illusion, obwohl sein Stück „Kabale und Liebe“ die Menschen begeisterte. Der 25jährige tief verschuldete Schiller hatte 1784 in Mannheim von zwei Leipziger Verehrerinnen, den Schwestern Dora und Minna Stock und ihren Verlobten Ludwig Ferdinand Huber und Christian Gottfried Körner eine Einladung nach Leipzig erhalten. Diesen jungen Leuten erging es so, wie Schiller es anprangerte. Schiller schrieb ihnen dankend zurück: „Ihre Briefe… trafen mich in einer der traurigsten Stimmungen meines Herzens.“
      Aber erst 9 Monate später im April 1785 verließ Schiller aus wirtschaftlicher und beruflicher Misere fluchtartig Mannheim. Er kam zermürbt in Leipzig an und wurde von seinen Verehrern überaus gastfreundlich aufgenommen. Allerdings in Abwesenheit von Dr.jur. habil. Christian Gottfried Körner, denn der war als Konsitorialrat in der kirchlichen Verwaltung in Dresden tätig. Erst nach einem Vierteljahr am 1. Juli 1785 hat Friedrich Schiller im Kahnsdorfer Rittergut seinen zeitlebens besten Freund und Förderer Gottfried Körner kennengelernt. Sie waren sich sofort zugetan, verstanden sich sehr gut und Schiller fasste festes Vertrauen zu Körner. Das war die Wende in Schillers Leben. Ab jetzt konnte er als erster freier deutscher Dichter wirken. Seine Gefühle brachte er im „Lied an die Freude“ zum Ausdruck, das er in Kahnsdorf zu dichten begonnen hatte. Im 2. Vers schrieb Schiller: „Wem der große Wurf gelungen eines Freundes Freund zu sein, Wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein.“ Wir kennen den Text der von Beethoven vertonten jetzigen Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken…“
      Als Schiller nach dieser ersten Begegnung seinem Freund Körner nach Dresden vertrauensvoll seine prekäre finanzielle Lage beschrieb, in die er in Mannheim gekommen war, half Körner dem unverzüglich ab und fügte hinzu: „Warum sagtest Du mir nicht ein Wort in Kahnsdorf davon?“ Somit ging Kahnsdorf über den erhaltenen Briefwechsel der beiden in die Literatur ein. Die Frage stellt sich, warum die erste Begegnung zwischen Körner und Schiller nicht in Leipzig, sondern in dieser ländlichen Idylle auf dem Rittergut Kahnsdorf stattfand? Zum einen war Körners Freund seit Kindertagen Prof.Dr.theol. Johann Gottlieb Ernesti Eigentümer des Rittergutes und der Einladende. Das Rittergut bot für eine größere Gesellschaft Unterkunft und Beköstigung. Zum anderen wollte und konnte Körner seinen 29. Geburtstag nicht in Leipzig feiern, da kürzlich dort sein Vater gestorben war. Überdies führte man die Verlobten zusammen, was Schiller im Lied an die Freude zum Ausdruck brachte. Und schließlich kam man Körner auf dessem Weg von Dresden etwas entgegen.
      Auf zwei Persönlichkeiten muß hingewiesen werden, für die dieses historische 1686 erbaute Gebäude in Kahnsdorf von besonderem Wert war: Der Dichter der Befreiungskriege Theodor Körner, der sich gegen Napoleon dem Lützower Freikorps angeschlossen hatte, wurde nach seiner schweren Verwundung (Säbelhieb über den Kopf am 17.Juni 1813 bei Kitzen) im Rittergut Kahnsdorf streng geheim gepflegt. Schließlich stand der sächsische König auf Seiten Napoleons. Theodor wurde sorgsam von der Witwe Rahel HenrietteErnesti einige Wochen versorgt, um danach über Giebichenstein weiter insgeheim nach Karlsbad zu gelangen. (Wieder bei seinen Schwarzen Jägern ist er wenige Wochen später am 26. August 1813 im Forst Rosenow bei Gadebusch gefallen.) In diesem alten Gebäude fand auch der berühmte Komponist und Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy in den Jahren 1835 – 1841 und 1843 – 1847 mehrfach Ruhe und Entspannung. Er war in Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern auf der Suche nach Noten von Johann Sebastian Bach.
      Diese in vieler Hinsicht kulturhistorische Stätte wurde schon von den Rittergutsbesitzern Ernesti, Wendler, Nordmann und Schubauer bewahrt, aber die Forker – Schubauer haben als längste und letzte private Grundeigentümer in das zu ihrer Zeit 200jährige Gebäude mehr investieren müssen. Auch um dieses alte Gebäude des Gedenkens zu bewahren, haben Max und Maria Forker – Schubauer 1902 – 1904 ein neues Herrenhaus im Neo – Renaissance – Stil auf den Resten einer mittelalterlichen Wasserburg in diesem Vierseit-Rittergut erbauen lassen. Durch diesen Herrenhaus-Neubau konnte das alte Gebäude entlastet und dadurch im ursprünglichen Sinne heute als „Schillerhaus“ erhalten werden. Max und Maria haben auch die umgebenden Anlagen neu gestalten lassen, so dass wir heute außer den denkmalgeschützten Gebäuden dort auch einen denkmalgeschützten Park haben. (Diese Gebäude dienen nun, nach gründlicher Restauration, der Leipziger Seen-Verwaltung „Blauwasser“ als Zentrale.) Dafür muss man den Forker-Schubauerdankbar sein, dass sie in Ehrfurcht vor unserem Dichter Schiller und seinem Freund Körner sowie anderen Persönlichkeiten diese Stätte gewürdigt haben. Gern erinnerte sich übrigens unser Max, dass auch er wie Gottfried Körner sowohl Schüler der Fürstenschule St. Augustin in Grimma als auch Absolvent der Juristenfakultät der Leipziger Universität gewesen war. Es lagen jedoch mehr als 80 Jahre dazwischen.
      Max schied mit 63 Jahren 1907 aus dem sächsischen Staatsdienst aus und zog sich auf sein Rittergut Kahnsdorf zurück, das er in vorbildlicher Weise mit Maria geführt hat. Seine Maria wurde 74 Jahre alt, sie starb am 7. März 1925 und Max starb am 11. Mai 1932 im 87. Lebensjahr noch geistig rege auch in Kahnsdorf. Auf dem Friedhof Kahnsdorf sind neben der Nordmann- Schubauer Gruft, in der Rosalie geb. Nordmann verw. Schubauer 1904 ihre letzte Ruhe gefunden hat, Maria und Max Forker-Schubauer beerdigt.
      Ihre jüngste Tochter Margaretha Johanna Elisabeth (geb. 19.6.1888), in der Familie „Sipsi“ genannt, hat das Rittergut bis zur Bodenreform 1945 weiter bewirtschaftet. (Der Flächenbesitz umfasste 146 ha und bis 100 ha war die Limitierung. Das Rittergut wurde enteignet und an Umsiedler verteilt.) Elisabeth, die letzte Forker-Schubauer ist am 2.4.1967 im 78. Lebensjahr als Rentnerin in Markkleeberg gestorben und auch auf dem Friedhof Kahnsdorf, neben der Nordmann-Schubauer Gruft, bestattet.
      – – – – –
      Nun aber zurück zu unserem Thema:
      Friedrich Schiller war im September 1785 mit den Körner’s aus Leipzig nach Dresden gezogen und hatte im damaligen Kurort Loschwitz im Körner’schen Sommersitz am Körner’schen Weinberg Quartier bezogen. Er war eineinhalb Jahre in Dresden geblieben. Davon gibt es viele Zeugnisse, Straßen-und Plätzebenennungen, Denkmale und Gedenktafeln mit denen ein anderer Forker in enge Verbindung kam, woran wir heute erinnern wollen.
      Unser Joachim Forker (geb. 8. Nov. 1934) ist als Kind und Jugendlicher in Dresden- Loschwitz am Körnerweg aufgewachsen. Im Körner’schen Weinberg konnte er sich austoben und dort wie auch im Weinbergshaus, dem Schillerhäuschen, Körner-und Schiller- Spuren verfolgen. Die Schiller-Schule besuchte er und auch am Körnerplatz und in der Schillerstrasse war er zu Hause. Gegenüber dem Schillerhäuschen in der Schillerstrasse befand sich eine weiße Schillerstatue. Sie war von Privatleuten gestiftet worden und stellte den sitzenden Schiller mit einem Buch in der linken Hand dar. Diese Schillerstatue war aber nur eine Gipsnachbildung der bekannten Schillerstatue an der Semperoper, die der berühmte Bildhauer Ernst Rietschel (1804 – 1861) geschaffen hatte. Das Loschwitzer Gipsstück musste jährlich mit weißer Ölfarbe gestrichen werden, was einem Verfall aber nicht entgegenwirken konnte. Um 1912 verlor sich die Spur dieses Gips-Denkmals, weil an dieser Stelle am 18. Mai 1912 das Schiller-Körner-Denkmal eingeweiht wurde. (Entwurf dieses sogenannten Schiller-Körner-Brunnens von Architekt Martin Pietzch (1866 – 1961)). Diese letzte Bildhauerarbeit führte Oscar Rassau (1843 – 1912) aus. Gestaltet ist das als Hochrelief mit zwei figürlichen Szenen, die an den letzten Besuch Schillersim August / September 1801 bei seinem Freund Gottfried Körner in Dresden und seinen Abschied von ihm und von Schillers Patenkind, dem 10jährigen Theodor Körner erinnern. Unser Joachim musste sich wahrscheinlich als Schüler mit diesem inhaltsreichen Denkmal, das als einziges auf der Welt Schiller und Körner gemeinsam zeigt, in einem Aufsatz herumplagen. Das muss ihn sicher gewurmt haben. Heute sieht er das Denkmal ganz anders.
      Übrigens vom letzten sächsischen König Friedrich August III., der sich später bei seiner Abdankung mit den Worten verabschiedete „Nu da machdma eiern Dregg alleene“, ist das Bonmot bei der Denkmalseinweihung überliefert: „Es is scheen, dass dr weiße Schiller nu endlich weg is, mei Schimmel hat’s sch doch och immer so gefürschded.“ Joachim kennt auch gegenüberliegend auf der linken Elbseite an der bekannten Elbbrücke, dem Blauen Wunder, den Schillergarten in Dresden-Blasewitz.
      In der früheren Fleischer’schen Schänke war der 1785 – 1787 dort oft einkehrende Schiller mit der Gastwirtstochter Johanna Justine Segedin (5.1.1763 – 28.2.1856) befreundet. Im ersten Teil seiner Wallenstein-Trilogie „Wallensteins Lager“ hat Schiller ihr ein literarisches Denkmal gesetzt, indem er einen Jäger rufen lässt: „Was der Blitz! Das ist ja die Gustel aus Blasewitz!“ Den sich um sie daraufhin ergebenen Rummel hat die verheiratete Frau Senatorin Renner übrigens Schiller niemals verziehen. Aber sie ist trotzdem (oder gerade deswegen) in Dresden 93 Jahre alt geworden und ihre Nachfahren hatten das Kaufhaus Renner am Altmarkt bis zur Ausbombung 1945 betrieben. Die Eltern von Joachim haben ihn zum Einkauf mit dorthin geschleppt.
      Ehrung für Joachim Forker

      Wir betrachten diese Bezüge von Forker-Schubauer zu Friedrich Schiller und Gottfried Körner, über die ich Sie hoffentlich überzeugend informiert habe, auch als eine Gelegenheit, um Joachims Verdienste als Vorsitzender unseres Familienverbandes in den Blickpunkt zu rücken und ihn überraschend (deshalb keine Ankündigung in der Einladung!) und gebührend zu ehren. Seine Leistungen für unsere Sache liegen in absoluter persönlicher Hingabe zur Forker- Familienforschung seit 1985. Von unserem Ehrenpräsidenten Hans-Georg übernahm er das von dessen Großvater Georg Julius Paul (1855-gestorben 1943 vor dem verheerenden Bombenangriff auf Dresden) gesammelte und geordnete Material.
      Wie ein Wunder hat das viel beschriebene Papier in Kartons das Inferno überstanden. Es wurde später von Pauls Sohn, dem Studiendirektor Dr.phil. Georg Forker (1880 – 1960)) in Paketen nach München geschickt und schließlich von dessen Sohn Hans-Georgwieder zusammengestellt und mit seiner Ehefrau Renate sorgsam nach Köln transportiert. Hans-Georg hat dann mit erheblichem Aufwand dieses handschriftliche Material seines Großvaters in Maschinenschrift umgesetzt und einen Bewahrer der Familientradition gesucht. Er hatte ihn endlich in Joachim gefunden und ihm alles Material übergeben. Seit fast 30 Jahren wurde von Joachim das Zentrum unseres Familienverbandes in Düsseldorf-Unterbach aufgebaut. Er hat trotz seines ihn ausfüllenden Berufes die Archivierung des gesamten Datenbestandes weitergeführt, dazu in Archiven geforscht und sich nicht nur mit den vielen wiederholenden Vornamen plagen müssen. Er hat die genealogische Familien-Forschung weiterbetrieben und die Ermittlung von über 7.500 Nachfahren mit erwirkt. Er hat den Archivbestand digitalisiert und Stammtafeln in mühevoller Arbeit zusammengestellt und uns heutigen Forker zugeordnet. Er hat die umfangreiche Büroarbeit, vor allem den gesamten Briefwechsel mit den vielen Anfragen zur Ahnenforschung erfüllt und noch vieles andere im Sinne der Familientradition in selbstloser Weise für unsere Sache eingebracht. Besonders hervorheben müssen wir die entsprechende Gestaltung und ständige Aktualisierung unserer „homepage“ im Internet durch Joachim sowie die Einrichtung unseres Internet-Gästebuch seit unserem 5. Familientreffen 2002.
      Ohne Joachims unermüdlichen Einsatz gäbe es keine weitergeführte Familienforschung zur Forker-Herkunft aus Schottland. Und Wolfgang Furkert`s Zugang führte ihn über die Farquhar-Forker-Namensentwicklung zur Erweiterung unseres Familienverbandes um Forkert, Furker und Furkert sowie auch durch die DNA-Verbindung beweisfest zu den schottischen Farquhar.
      Seine Ehefrau Ingrid hat stets dafür und für seinen Zeitaufwand großes Verständnis gezeigt und mitgeholfen, wofür wir Dir, liebe Inge, herzlich danken möchten.
      Ohne Joachims Ideen und ohne sein Drängen gäbe es auch nicht die bisherigen acht Familientreffen. Auch unser gegenwärtiger 9.Familientag ist auf seine Anregungen hin zustande gekommen, aber mit Unterstützung der Organisation durch unsere Marion Forker-Hollitzer, der wir alle dafür und auch für ihre Bereitschaft, das 10. Treffen im Jahr 2017 zu gestalten, herzlich danken. Am 22. März 2007 ist unser Ehrenpräsident Hans-Georg, der das Vermächtnis seines Großvaters Georg Julius Paul bewahrt hat, im Alter von 91 Jahren verstorben. Seitdem – also seit sieben Jahren – ist diese Ehrenpräsidentschaft unseres Familienverbandes vakant.
      Wir ältesten Mitglieder unseres Familienverbandes wähnen uns mit allen hier Versammelten einig, wenn wir heute Gelegenheit aus Anlass und Überraschung nutzen, unseren Joachim gebührend zu ehren.
      Aus den Händen von Hans-Georgs Frau Renate soll Joachim Forker jetzt die Ehrenpräsidenten-Kette, nunmehr auch mit seinen Insignien graviert, erhalten und fortan Ehrenpräsident unseres Familienverbandes sein. Renate schmückt Joachim mit dem sichtbaren silbernen Zeichen seiner neuen Würde.
      Wir wünschen Dir, lieber Joachim, beste Gesundheit und weiteres freudiges Erfülltsein als Ehrenpräsident in und für unseren Familienverband. „(Zitat Ende)“
    4. Unterhaltung 17.25 – 18.55 Uhr
      Geduldig hatten sie in einem stillen Winkel des Saales auf ihren Auftritt gewartet. Die Jüngsten des Langenwolmsdorfer Karnevalsklubs (Homepage: Lawodo-ZinZin) wollen die einstudierte Tanzdarbietung im rot-weißen Karnevalskostüm endlich zeigen. Die 6 Kinder der Kinder-Funken-Garde stellen sich größenmäßig in zwei Reihen auf und tanzen bei schmissiger Musik sehr sicher das trainierte Programm. Die Zuschauer spenden reichlich Beifall.
      Danach zeigen vier junge Erwachsene ihr Können. Die Zuschauer belohnen die gelungene Vorführung mit Applaus. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Udo Michel, ist ebenfalls mit den Leistungen zufrieden und blickt voll Hoffnung dem 11.11. entgegen.
      Ohne Pause übernimmt Herr Helmar Nestroy, ohne das restliche Terzett der Basteifichten, gerüstet mit Klampfe, Rucksack und Wanderstock das Parkett. Er bezeichnet sich als Heimatsänger und begrüßt froher Laune die Forkersleut.
      Aus seinem Repertoire bietet er dar:
      – Grün / grün ist die Sächsische Schweiz,
      – Hochburkersdorf, schöne Aussicht,
      – Hocksteinwalzer,
      – die Polenz rauscht und auf junger Wandersmann,
      – Eindrücke vom Malerweg,
      – Hohnstein und Brantgebiet,
      – Juchhei > Bastei.
      Besonderen Ereignissen widmete er selbst verfasste Texte, teilweise zum Nachdenken,
      z.B.
      – dem Massentourismus mit Blechlawine, Parkplatznot, NP Parkgebühren und Funkloch,
      – der Flut 2013 in seinem „Berna“ (Pirna)und in Dresden,
      – nach der Wende in Frieden leben,
      – dem Stanislaus aus der Tschechei, der alles einpackt, was so rumsteht,
      – lustig ist das Rentnerleben, bald wird der 1. sein,
      – der Lausitz und dem Wolf aus Sicht des Volkes (Ralph darf mit Wolfgeheul begleiten) und die Gäste werden eingeladen bekannte Refrains mitzusingen. Eine schottische Weise anstimmend, verabschiedet sich Helmar von den Forkersleut und wünscht Gesundheit und ein Wiedersehen. Eine Zugabe muss noch sein „Laß doch mal den Opa ran – die Enkel rufen flehend an“, dann entschwindet der Alleinunterhalter durch die offene Saaltür.
      Damit endet das 9. Forker – Treffen offiziell um 19:00 Uhr.
  • Ausklang
    Joachim beantwortet Anliegen etlicher Fragesteller. Derweil bringen helfende Hände die Ausstellungsmaterialien in einen transportbereiten Zustand, damit die Arbeit nicht am Sonntagmorgen erledigt werden muss. Der Gastraum im Erbgericht wird von den Forkers fast vollständig besetzt. Das Angebot der Speisen – und Getränkekarte lässt jeden etwas nach seinem Geschmack finden. Der rege Informations – und Gedankenaustausch findet erst sein Ende als das Sandmännchen zum Aufbruch mahnt.

Klaus Forker Protokollführer